Monday, 21 Aug 2017
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Geschichte und Stadtrundgang

Atri liegt in Mittelitalien in der Region Abruzzo. Diese Region besteht aus 4 Provinzen: Pescara, Chieti, L'Aquila und Terpamo. Atri gehört zur Provinz Teramo und liegt an der Grenze zur Provinz Pescara in unmittelbarer Nähe zur Adria. Vom Belvedere, 442 m über dem Meer, hat man einen fantastischen Blick auf die 10 km entfernte Adriaküste.

2009 hatte Atri 11.326 Einwohner.

In vorrömischer Zeit gehörte das Gebiet um Atri zum Picenum. So wird die Landschaft Mittelitaliens bezeichnet, die im Norden an das heutige Umbrien angrenzte. Der Grenzfluss war der Aesis = Esino. Im Westen lag das Land der Sabiner mit den Apenninen als Grenze. Die südliche Grenze bildete der Fluss Aternus = Pescara. Seit dem 3. Jh. v. Chr. gehörte die Stadt als Colonia zu Rom, nachdem die Hauptstadt des Picenum, Asculum = Ascoli Piceno, von den Römern unterworfen worden war.

AtriDie Familie des römischen Kaisers Hadrian stammte aus Atri und von ihm erhielt sie den Namen "Colonia Aelia Hadria" (Hadrian > Hatria > Atri). Atri soll auch der gesamten Adria ihren Namen gegeben haben.

Am Ende des 14. Jhs. wurde der Adelstitel "Duca D' Acquaviva" an Antonio Acquaviva vergeben, dessen Nachkommen erst 1972 mit der 25. Herzogin D' Acquaviva von Atri ausstarben. Die Stadt gehörte also lange dieser Fürstenfamilie (im ehemaligen Palazzo aus dem 14. Jh. ist heute das Rathaus untergebracht), bevor sie 1757 zum Königreich Neapel kam.

Die Schutzheilige Atris ist Santa Reparata. Ihr zu Ehren finden im Dezember kirchliche und profane Feierlichkeiten statt (Notte Bianca – bevor es morgens richtig losgeht mit einer Prozession und Feuern auf dem Marktplatz, ist es üblich, die Nacht durchzufeiern!).

Atri gehört zu den schönsten Städten der Region Abruzzo. Es besitzt viel alte Bausubstanz und vor allem viele Kirchen. Die Altstadt ist auf römischen Ruinen aufgebaut. Die größte Sehenswürdigkeit Atris ist die Kathedrale Santa Maria Assunta, die 1305 geweiht wurde. Man kann heute gut die römische Vergangenheit der Stadt nach der erst 2009 abgeschlossenen Renovierung der Kathedrale studieren. Vor dem Altar sieht man nun den Mosaik-Boden der ehemaligen römischen Thermen-Anlage unter dicken Glasplatten optisch schön zur Geltung gebracht. Auch der kunsthistorisch sehr wichtige Freskenzyklus von Andrea de Litio (1480 – 1481) erstrahlt in der Apsis in neuem Glanz. Der heutige Dom weist mehrere Vorgängerbauten auf, die noch fünfschiffig waren. 1268 wurde der Campanile mit eine Höhe von 55 Metern errichtet. Der gesamte Bau war zu Beginn des 14. Jahrhunderts beendet in dann nur noch dreischiffiger Ausführung. Auf der Südseite der Kirche liegen drei Portale, die beiden linken von Raimondo di Poggio (1288 und 1302), das rechte 1305 von Rainaldo di Atri, der auch das Hauptportal schuf.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind neben der Kathedrale das Kapitolarmuseum mit seinem ehemaligen Kreuzgang im Erdgeschoss und der alten Krypta der Kathedrale, wo sich die riesige Cisterna Romana befand, das Wasserreservoir der römischen Bäder. Sehenswert auch das Museo Archeologico mit seiner Sammlung prähistorischer Funde.

Auf dem Platz vor der Kathedrale befindet sich das Teatro Comunale aus dem 19. Jh., in dessen Eingangsbereich die Bar del Teatro zum Verweilen mit Blick auf die Fassade der Kathedrale einlädt.

Vom Domplatz aus gelangt man auf dem Corso Elio Adriano zur Kirche Sant' Agostino mit ihrem Portal (1420), an dem interessante, individualisierte Porträtköpfe zu bewundern sind. Weiter bergauf gelangt man vorbei an der Kirche San Francesco (18. Jh.) zur Piazza Duchi d' Acquaviva mit ihrem gleichnamigen Palazzo, dem heutigen Rathaus.Vorbei an der Kirche San Nicola (13. Jh.) erreicht man den Belvedere, den Balkon Atris mit Meerblick. Geht man in Richtung Meer weiter (in entgegengesetzter Richtung der Einbahnstraße) erreicht man die Kirche San Domenico (eigentlich San Giovanni Battista) (14. Jh.) mit ihrem kunstvollen Portal und, an die Kirche angrenzend, eines der ehemaligen Stadttore.